
Zu den azurblauen Buchten der Korsika/Sardinien
Sonntag 12. Juni 2005
Vor 2 Jahren hatte ich einen Törn rund um Korsika geführt. Es war eine wunderschöne
Tour. Als Peter mir vorschlug erneut in diesem Revier zu segeln, konnte ich nicht nein
sagen. Dieses Mal segelten wir auch ab Elba. Von dort setzten wir über nach Korsika und dort entlang der Ostküste bis hinab zum südlichsten Zipfel Korsikas weiter zur Nord - und Ostküste
Sardiniens.
Ich fuhr mit dem Bus von Warschau bis Florenz. Von dort holten mich Monika und Heli, die aus Salzburg nach Florenz kamen, mit dem Auto
ab. Nach 3 Stunden erreichten wir Piombino. Wir setzten mit der Fähre Toremar nach Elba über und bald waren wir in
Portoferraio.
Hier warteten schon Melitta und Helmut, Peter und Barbara, Manfred und Silvia auf
uns. Die 6 sind sehr gute Bekannte und wohnen in der Region Stuttgart. Nun waren die wichtigsten
Fragen: Wo steht die Yacht, wann können wir sie übernehmen? - Große
Erleichterung, die Yacht war da! Es war eine Benetton 50 mit dem wunderschönen Namen Marie Louise II, die sehr gut zu Übernahme vorbereitet war.
Das Bunkern des Proviants ging reibungslos von statten. Als die letzten Kartons verstaut
waren, trafen wir uns in einer gemütlichen Pizzeria zum näheren kennen lernen der
Crew. Bei einer entspannten Atmosphäre, gutem Essen, gutem Wein und einem lustigen
Kellner, der nur eine halbe Brille besaß und dadurch Probleme beim Schreiben und Rechnen
hatte, war der Bann gebrochen.
Montag
Am 1. Tag hatten wir 4-5 Beaufort aus Südost. Also segelten wir ohne große Regattaambitionen und unter gerefftem Genuasegel bei Sonnenschein in Richtung Bastia auf
Korsika. Natürlich vergaßen wir nicht ein paar Tröpfchen für Neptun. Nach ein paar Stunden wurden die Wellen etwas höher und der Herrscher der Meere verlangte nach ersten
Opfern. Einige Fische wurden satt. Nach einiger Zeit beruhigte sich das Meer
wieder. Wir legten in der Marina Toga in Bastia an. Bei diesem starken Wind war diese Marina zum Anlegen sicherer wie die in
Vieux. Diese liegt auf der anderen Seite des Handelshafens. Nachdem wir angelegt
hatten, stellte ich fest, dass diese Crew eine feste Tradition hatte. Erst mal wurde eine Flasche Champagner geköpft und auf die gute Ankunft
getrunken. Dieses Ritual gefiel mir sehr, es wurde auch nach jedem erneuten Anlegen
wiederholt.
Abends machten wir einen Bummel durch die Altstadt. Es war ein starker Kontrast von der eleganten Uferpromenade bis zu den älteren Gebäuden der
Altstadt. Auf dem Boulevard beobachteten wir ein typisch französisches
Spiel, welches Boule genannt wird. Es wird zuerst eine kleine Kugel als Ziel geworfen und mehrere Personen versuchen so nah wie möglich mit jeweils 2 größeren Kugeln die kleine zu
erreichen. Derjenige welcher mit seiner Kugel am nächsten bei der Zielkugel
ist, hat gewonnen. Es scheint ein einfaches Spiel zu sein, kann aber große Emotionen
hervorrufen.
Dienstag
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Schmeckt nicht schlecht |
Kurs Richtung Süden, diesmal mit Motor entlang dieser flachen und sandigen Ostküste. Es war
warm, - aber nur warm. Der weibliche Teil der Crew erwartete etwas mehr
Action.(Segeln) Es blies ein starker Wind, aber uns direkt ins Gesicht. Somit
"dieselten" wir weiter Richtung Solenzara, wo die Küste attraktiver für das Auge und für die Seele
wird. Die Zeit verlief ganz angenehm. Wir freuten uns schon auf den Nachmittag auf die Austern und
Crevetten, die wir zuvor in Bastia eingekauft hatten.
Alles wurde gut vorbereitet. Mit Brot, Weißwein und Zitrone wurde es ein vorzügliches Diner auf
See. Danach ging es weiter in die Marina von Solenzara. Der erste Versuch eine Boje bei ziemlich starkem Wind zu angeln war gleich mal
fehlgeschlagen. Machte aber nichts, es klappte schließlich doch. Und abends in Solenzaro amüsierte sich die Mannschaft um so
besser. Die Kaimauer ersetzte das Parkett. Mit jeder neu eingelegten CD hob sich die
Stimmung. Es wurde getanzt bis die Fußsohlen rissig waren. Sogar ein Mitternachtsbuffett wurde von Peter
aufgetischt. Hoffentlich war die Musik für die Nachbarn nicht zu laut.
Mittwoch
Die Wettervorhersage war gut, aber das Wetter leider nicht. Nach dem Ausgang aus dem Hafen bewölkte sich der
Himmel. Es fing an stark zu regnen. Manfred und Peter standen mit mir im
Regen, der Rest der Crew verschanzte sich im Salon. Waren wir wirklich im Süden? Abends gab es wieder
Sonne, aber etwas stimmte nicht mit dem Wetter. Abends steuerten wir Porto Vecchio
an. Wir versuchten uns, wie vorgeschrieben bei einer Yacht unserer Größe, telefonisch oder per Funk an zu
melden.
Wir bekamen jedoch keine Antwort. Wollte man uns nicht? Was sollte es, wir machten an einer Boje vor der Marina fest. Von außen sah das Städtchen nicht sehr einladend
aus. Wir schlenderten nach oben ins Zentrum und da erwartete uns eine angenehme Überraschung - französische Eleganz und schöne
Gassen, gepflegte blumengeschmückte Häuser mit gemütlichen Kneipen und gepflegten
Restaurants, ein sehr angenehmer Abend.
Donnerstag
Gegen Mittag lagen wir im Golfo de Rondinara (Die Muschel des Südens) Eine wunderschöne Bucht mit Sandstrand und glasklarem
Wasser. Wir machten einen 2- stündigen Badehalt und nahmen danach Kurs auf den Archipel La
Madalena. Der liegt zwischen Korsika und Sardinien. Es wehte westlicher Wind mit 3-4
Beauford. Richtige Yachting- Bedingungen, die Mannschaft versuchte sich am
Steuerrad. Es ging vorbei an den herausragenden Felsen des Archipels, die zugleich faszinierend und Angst einflößend
waren. Die schönen Seiten würden wir später entdecken.
Vor uns lag die Cala Gavetta. Bei der Einfahrt herrschte starker Verkehr durch
Ausflugsschiffe, Yachten, Fischerboote und Fähren. Wir legten im Stadthafen
an. Neben "Plastik-Charter" ankerten antike und selbst entworfene Konstruktionen von
Weltenbummlern. Neben uns lag ein Gaffel, es war ein alter Holzkutter aus
England, mit einem älteren sympathischen Paar. Wobei die schönere Hälfte sich den Lebensunterhalt mit dem Verkauf ihrer selbst gemalten Bilder
verdiente. Weiter stand ein zweimastiger supermoderner Katamaran im Hafen, dessen Besitzer sich sichtlich präsentierte.
Freitag
Am Morgen kauften wir ein Ticket für den Nationalpark vom Archipel La Madalena für 29 Euro und besuchten die schönsten Inseln und
Buchten. Wir begannen an der am nächsten gelegenen Cala Corsara im Süden der Spargi
Insel, eine kleine Bucht umgeben von Felsen mit türkisblauem Wasser. Früher war es ein
Piratenversteck, heute hat es ein Manko. Es kommen zu viele Ausflugsboote. Wir machten einen kurzen Badestop und
relaxten, anschließend nahmen wir Kurs in den Norden zu einer großen Bucht, auf der Ostseite der Insel
Budelli. Unterwegs segelten wir vorbei an der Spargia rosa. Es ist absolut verboten dort
anzulegen, da der rosa Strand streng unter Naturschutz steht. Wir ankerten oberhalb der Spargia rosa. Bei einem längeren Aufenthalt setzten wir mit dem Dingi zum Relaxen und picknicken an Strand über.
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Cala Coticcio (Tahiti) |
Am Nachmittag erreichten wir unsere letzte Bucht, die Calla Coticcio, genannt auch
Thaiti, auf der Ostseite der Insel Caprera. Thaiti ist eine Bucht die zwischen den Felsen versteckt
ist. Aber bei Annäherung mit dem Dingi entdeckten wir 2 traumhaft schöne Strände mit weißem Sand und smaragdgrünem
Wasser.
Wir blieben in der rechten Bucht. Das Baden in dieser Bucht kann man einfach nicht
beschreiben, man muss es selbst erleben. Einfach traumhaft.
Die nächste angenehme Überraschung wartete auf uns bei der Rückkehr auf die
Yacht. Peter und Heli servierten uns ein richtiges Kaptiänsdiner, bestehend aus T-Bone
Steak, Kartoffeln, frischem Salat und eisgekühlten Wein. Ein großes Dankesschön den Köchen, es war ein kulinarischer Höhepunkt, der sogar Silvia als fast überzeugte Vegetarierin dazu bewogen
hatte, den Fleischteller komplett leer zu essen.
Neben uns lagen Russen auf einer Luxusmotoryacht
Abends lagen wir vor Anker auf Reede im Hafen von Porto Cervo, rechts neben der Einfahrt in die
Luxusmarina. Wir versuchten gar nicht erst, da einzulaufen. Wir hatten bisher mit den Hafengebühren zwischen 40.- und 45.- Euro
gelegen, doch in diesem Falle müssten wir 150.- Euro bezahlen. Auf umliegenden Hügeln waren zahlreiche prunkvolle Villen mit braunen Dächern im neosardischen Stil
erbaut. Am linken Eingang der Marina lagen riesige Luxusyachten der
Superreichen. Abends schlenderten wir durch die Hafengegend. Es war alles wunderschön
hergerichtet, auch die Preise sind entsprechend.
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Costa Smeralda - Regatten |
Porto Cervo ist das Zentrum der Costa Smeralda. Dieser Küstenstreifen
Nordost- Sardiniens vom Golfo Cugnana bis Golfo Arzachena war in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wild und
unbewohnt. Jedoch Prinz Karim Aga Khan hatte im Jahre 1961 an der Spitze seines Firmenkonsortiums
angefangen, seine Vision zu realisieren.
So entstand an der Costa Smeralda der Luxustourismus. Das Projekt hatte im Sinn, Erholungszentren zu schaffen und die Gebäude so zu
errichten, dass sie der Natur angepasst sind.
Wenn man das Panorama von der Küste aus bewunderte, und die Harmonie der Landschaft und der Architektur
betrachtete, konnte man erkennen, dass die Planer und Erbauer die Vision von Aga Khan erfolgreich umgesetzt
haben. Die Hauptorte der Costa Smeralda sind Arzachena, Olbia, Porto Cervo,
Liscia, Di Vacca, Capricioli, Romazzino. Region ist auch bekannt wegen der Internationalen Regatta Sardinia Cup organisiert durch den Yacht Club Costa Smeralda ab dem Jahr 1978.
Samstag
Morgens vor dem Auslaufen kauften wir noch frischen Fisch ( 9 Fische zu 50.-
Euro) direkt vom Fischerboot, welches zuvor auch Fische an den Villen des Hafens
verkaufte. Ostwind 3-4 Beauford, beste Bedingungen zum Segeln. Kurs weiter nach Süden, entlang der Costa
Smeralda. Das Meer glitzerte in der Sonne. Für 1 Stunde blieben wir in der Bucht von
Liscia. Nördlich von der Halbinsel Punta Capaccia gab es wieder einen Ankerplatz im azurblauen
Wasser.
Langsam fange ich an mich immer zu wiederholen, aber die Plätze sind einfach so schön. Der Wind wehte jetzt aus Norden und die Marie Louise segelte majestätisch übers
Wasser. In der Näher der Bucht Cala di Volpe trafen wir auf 2 modernste Hochsee -
Segelyachten, daneben andere größere und kleinere Luxusyachten, die bei Allgemeinchartern selten zu bekommen
sind. Nach einer kurzen Inspektion dieser Yachten segelten wir weiter, weil das Wetter zu schön war, um hier unsere Zeit zu
vergeuden.
Bei der Insel Soffia trafen wir auf eine Regatta. Die Yachten segelten hoch am Wind zur Wendeboje und am Wendepunkt kamen sie mit bunten Spinaker zurück. Es sah aus wie ein riesiges
Blumenmeer. Es war ein unvergesslicher Augenblick. Erst am Nachmittag hielten wir an der Insel
Mortorio.
Die gehört noch zum Nationalpark la Madalena. Die auf der Karte ausgewiesenen Ankerplätze befinden sich an der Südseite der Insel und es herrschte an diesem Wochenende reger Betrieb in den Buchten. Wir reihten uns zwischen den anderen Yachten ein und setzten uns mit dem Dingi ab zur Siesta am Strand.
Mortorio ist eine Felseninsel mit ockerfarbenem Gestein. Sie bilden einen wunderbaren Kontrast zum weißen Strand und dem saphirblauen Wasser. Es wäre lohnenswert hier ganz alleine verweilen und mit der Natur eins zu werden. Leider sind die Vorschriften ganz klar, dass man nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang hier verweilen darf. - Schade, man kann nicht alles haben. Auch die Natur braucht Erholung ! Also weiter Kurs Nord
Wir übernachteten in der umwerfenden Marina del Osso di Poltu Quatu ( versteckte Hafen) oberhalb von Porto Cervo, ein langer schmaler Fjord umgeben von Felsen. Beim Anblick auf die Luxusmotorjachten fragten wir uns, wie hoch wohl die Hafengebühren seien. Doch beim Bezahlen erlebten wir die Überraschung, weil wir nur 27.- Euro für unsere 15 m Segelyacht bezahlen mussten. Die Marina war sehr stilvoll urbarisiert und liebevoll in die Landschaft integriert. Es gab einen ganzen Komplex von eleganten Boutiquen, Häusern, Restaurants und Appartements mit Gärten und kleinen Biotopen. Außerdem für die Reichen einen Hubschrauberlandeplatz.
Sonntag
Wir segelten nach Nordwest zwischen Sardinien und den Archipel la Magdalena. Erster Stop in der Golfo Saline Mit dem Felshügel l´ Orso (Der Bär). Es war eine sehr breite und seichte Bucht mit grünblauem Wasser, umgeben von grünen Hügeln.
Die Häuser sind terrassenförmig an den Hügeln entlang angelegt und an den Häusern ranken rote Bourgainvilla. Neben uns übten Kinder mit ihren Segelbooten. Manche kenterten, stellten sich aber schnell wieder auf und übten unermüdlich das Wenden um die
Bojen.
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Porto Pudda |
Gesättigt von der Landschaft segelten wir weiter zu unserem nächsten Ankerplatz Porto Pudda, eine flache nicht zu große Bucht. Es war einigermaßen ruhig. Ich kannte diese Bucht von meinem früheren Törn. Die Ufer sind bewachsen mit intensiv riechender Macchia. Auf einem nicht so hohen Hügel sah man die ganze Bucht und die benachbarte Bucht mit Strand und Surfern.
Auf der Yacht warteten Peter und Barbara mit gebratenem Fisch. Er schmeckte hervorragend. Was fehlte uns noch? Wind - 4 Beauford wir segelten unter voller Takelage. Das Meer war immer noch blau und die Sonne brannte. Hinter der Marie Louise schäumte das Kielwasser auf. Die Yacht war sehr stabil und man brauchte nur wenig Korrektur am Ruder.
Die Zeit stand still
Für die Nacht landeten wir in der Marina Porto Langonsardo, (Santa Teresa di Gallura) im tiefen Fjord, umgeben von grünen Hügeln. Im Hafen lagen Fähren, Fischerboote und Yachten. Die Marina kostete 25.- Euro.
Der Hafen ist sehr angenehm. Rundherum Restaurants, Boutiquen und Bistros. Das Abendessen sollte an diesem Abend nur aus einer Kleinigkeit bestehen. Wir ließen uns jedoch vom Kellner überzeugen, seinen frisch gefangenen Fisch, einen Dentice zu probieren. Er schmeckte vorzüglich und wird uns in guter Erinnerung bleiben.
Montag
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| Silvia und Manfred |
Ein Segeltag auf offenem Meer. Wir segelten in die Bucht von Anse de Rocca Pina, westlich von Bonifacio, im Wechsel zwischen Segel und Motor. Es herrschte eine sorgenlose Urlaubsstimmung. Beim Eingang in die Bucht steht auf dem Hügel eine Genuesische Zitadelle. Wir fuhren vorsichtig in die Bucht hinein, da der Ankerplatz hinter Unterwasserfelsen lag.
Der Ausblick war gigantisch. Aus grüner Macchia erhob sich der Löwe Rocca Pina. Es ist ein durch die Natur erschaffener Fels. Das Wasser in der Bucht wechselte zwischen hellblau und azurblau und der wunderschöne Strand leuchtete beim Sonnenuntergang goldfarben. Mit dem Dingi gab es wieder ein Picknick am Strand. Auch die Mannschaft war sich einig, dass sich der Abstecher in diese Region gelohnt
hat.
Am Nachmittag nehmen wir Kurs auf Bonifacio. Seine weißen bekannten Felsen waren schon von weitem zu sehen und der Eingang zum Canyon war nicht sichtbar. Im Hafen war großer Verkehr und man musste aufpassen, dass man niemand in die Quere kam. Wir kreisten fast eine Stunde, bis endlich ein Einweiser mit dem Schlauchboot auftauchte und uns zu einen Anlegeplatz führte.
Meiner Meinung nach kreisten wir viel zu lange. In Bonifacio, der unteren und oberen Stadt (Zitadelle) mit hohen Steinhäusern und verwinkelten Gassen erinnerte uns die Atmosphäre an das Mittelalter. Man kann über die Stadt viel schreiben, aber eins ist sicher, wenn die Möglichkeit besteht, man muss sie gesehen haben. Der Crew gefiel die Stadt so gut, dass wir beschlossen, den nächsten Tag auch hier zu
verbringen.
Dienstag
Die Crew eroberte die Stadt. Und ich schrieb seit morgens an diesen Bericht. Um 15.00 Uhr kam auch ich in die Stadt. Abends spazierte ich in der Stadt an der Uferpromenade entlang mit vielen Palmen und Tavernen. Es herrschte ein reges Treiben mit angenehmer Atmosphäre.
Aus den Restaurants kamen internationale Klänge. ( Livemusik) Am besten gefiel mir die Taverne Marina de Quai, neben der Treppe die zur Zitadelle führt. Das Toplied war Bella ciao, bella ciao, ciao ciao. ciao
Man hörte es am ganzen Ufer entlang und es blieb in unserer Erinnerung.
Mittwoch
Zeit zum Aufbrechen - aber wir hatten trotzdem genügend Zeit. Wir machten den Motor nicht an und segelten mit einer Geschwindigkeit von 2 Knoten. Wir hörten nur das Rauschen des Meeres und die Musik von Tschaikovski. Wir ließen die Seele baumeln. Die Crew schenkte mir ein T-Shirt von Korsika, eine nette Geste.
Der große Teil der Crew sprach schwäbisch, Monika und Heli sprachen salzburgerisch. Ich hatte eine längere Zeit kein Deutsch gesprochen, aber da alle sich bemüht hatten Hochdeutsch zu sprechen, ging es doch. Schlecht wurde es, als die Mannschaft Witze im Dialekt erzählte, das zu verstehen war um einiges schlechter. Summa summarum gab es keine Kommunikationsprobleme.
Unser Ziel für heute war die Insel Lavezzi und genauer die Bucht Cala di u Ghiancu und Cala Lazarina. Die 2. ist geeignet für Yachten mit wenig Tiefgang. Beim Einfahren hatte es sich herausgestellt, dass die Bucht voll besetzt war, somit ankerten wie doch in der Cala di u Ghiancu. Beide Buchten sind sehr populär unter den Seglern, dank des klaren und tiefblauen Wassers sowie den Felsen, die aussehen wie große Kieselsteine. Man kann sagen es ist alles genau so wie auf dem Prospekt. Schon wieder ein wunderschöner Ort. Der wievielte war das schon?
Bei der Einfahrt in die Bucht musste man auf die Tiefe aufpassen und sich genau an die Karte halten. Nachmittag kurz zum Golfo di Rondinaro. Hier fühlen wir uns schon wie zu Hause, aber nicht nur wir. In dieser Bucht lagen an die 30 Yachten. Wir hielten Ankerwache. Es war Vollmond und das zarte Mondlicht erfüllte die Bucht und nicht alle wollten schlafen. Der Sonnenaufgang war auch wie aus dem Märchenbuch.
Donnerstag
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Anse de Canella |
Sehr früh setzten wir Kurs nach Norden. Bis Solenzara war die Küste sehr steil und sehr vielfältig mit Buchten bestückt. In Porto Nuovo Sant Julia, Palombaggio, San Ciprianu, Pinarellu lagen verschlafene Yachten. Um ca 10 Uhr ankerten wir in der Anse de Canelle, eine nicht so große Bucht mit saphirblauem Wasser. Zu Füssen Hügel mit Pinienwäldern in Abwechslung mit fliederfarbenen Blumen (Bourgainvilla) Baden, baden- baden.
Die Crew fragt: Wie viel Zeit haben wir noch? Aber irgendwann war die Zeit zum Ankerlichten gekommen. Wieder im Wechsel zwischen Segeln und Motor begaben wir uns wieder Richtung Port de Taverna de Campoloro.
Freitag
Es war Zeit zum Übersetzen auf Elba. Es herrschte totale Flaute, der Diesel brummt. Eine Zeit zum Relaxen wurde unterbrochen durch Wale (Finnwale 18-22m lang, 40-80 t schwer, zweitgrößter Wal der Erde) Wir näherten uns ihnen, sind ihnen vielleicht zu nah, aber die Neugier gewann und wurde belohnt. Der Blick der riesengroßen Tiere magnetisierte uns. Die Herrscher der Meere mochten sich nicht so lange besichtigen lassen und sie verschwanden wieder geräuschlos in der Tiefe des Meeres.
Wir hatten vor uns noch viele Meilen, aber wir fanden noch Zeit im offenen Meer zu baden. Das Wasser war wärmer als in den Buchten. Die nächste in Marina Porto Azzuro überraschte uns negativ nur mit den Liegegebühren - 75.-Euro! Aber sonst ist es sehr sehenswert. Porto Azzuro liegt in einer tiefen und gut geschützten Bucht. Über dem Eingang wachen 2 Zitadellen, vom Süden Fort Focardo und San Giacomo vom Norden. Das Städtchen besitzt malerische, historische und attraktive Altstadt mit einer gemütlichen Atmosphäre.
Samstag
Auf dem Weg nach Portoferraio machten wir 2 mal halt auf dem Anker, in Ortano Mare und Cavo. Hier gabs auch schöne Buchten, die aber nicht so malerisch wie die früheren Buchten waren. Ein letztes Essen an Deck. Nun segelten wir zur Bucht von Portoferraio, vorbei am Stadthafen und den Fähranlegern. Dann erreichten wir die Heimatmarina der Marie Loise. Ein wunderschöner Segeltörn ging zu Ende.
Wir trafen die nette Carolin und übergaben schnell unsere Yacht. Nachdem wir unser Gepäck wieder im Auto verstaut hatten, hieß es Abschied nehmen. Von der Crew bekam ich noch ein Geschenk, es gab eine letzte Umarmung und wir verabschiedeten uns von einander. Unsere Wege trennten sich nun. Die "Stuttgarter" fuhren gleich zur Fähre nach Piombino, während Heli, Monika und ich noch eine letzte Nacht auf dem Schiff verbrachten.
Wir fuhren erst am nächsten Morgen nach Florenz. Von dort sind die beiden dann weiter nach Salzburg, und ich mit dem Bus nach Warschau gefahren.
Adam Kajdewicz
Mehr Photos sehen bitte : Korsika und
Sardinien Reise - 2005
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